Beerdigung

… Weinen hat seine Zeit …

Was zwischen Tod und Beerdigung zu bedenken ist – häufig gestellte Fragen …

Wenn ein Angehöriger verstirbt, ist vieles zu bedenken. Hier gibt es Antworten auf die Fragen, die im Zusammenhang mit der kirchlichen Beerdigung oder Trauerfeier häufig gestellt werden.

Wie erreiche ich den Evangelischen Friedhof?
Zuständig ist Herr Claus Klingeberg, Lindenweg 2, 31028 Gronau, Tel. 0 51 82 / 35 21, Fax: 0 51 82 / 94 79 77.

Erdbestattung oder Einäscherung?
Auch wenn die Zahl der Einäscherungen in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen ist, gilt die Erdbestattung nach wie vor als „Regelfall”. Das im Grundgesetz verankerte Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit gilt auch über den Tod hinaus. Deshalb ist z.B. auch eine Organentnahme nur möglich, wenn der / die Verstorbene ihr zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt hat. Entsprechend kann auch nur dann eine Einäscherung erfolgen, wenn sie von der verstorbenen Person zu Lebzeiten selbst gewünscht wurde.

Theologisch hat der Unterschied zwischen der Erdbestattung und der Beisetzung einer Urne keine Bedeutung. Zwar wurde im 19. Jahrhundert (und teilweise auch noch in der DDR) die Einäscherung als Protest gegen die christliche Auferstehungsbotschaft propagiert; eine solche Haltung spielt aber heute bei der Entscheidung für eine Einäscherung praktisch keine Rolle mehr. Und die Kraft Gottes, Menschen aus dem Tod aufzuerwecken, wird natürlich nicht davon beeinflusst, wie Menschen gestorben oder bestattet worden sind.

Im Falle einer Erdbestattung finden die Trauerfeier in der Lehder Johanniskirche und die Beisetzung auf dem Lehder Friedhof im direkten Zusammenhang statt, meistens drei bis fünf Tage nach dem Tod des Angehörigen. Erfolgt eine Einäscherung, gibt es zwei Möglichkeiten:
– Entweder erfolgt zunächst eine Trauerfeier, nach der der Sarg zur Einäscherung überführt wird. Wenn die Urne aus dem Krematorium eingetroffen ist, findet die Beisetzung der Urne statt; wir sind als Pastor bzw. Pastorin in der Regel auch bei dieser Urnenbeisetzung dabei und begleiten die Angehörigen mit Gebet und Segen.
– Oder: Die Trauerfeier wird gemeinsam mit der anshcließenden Beisetzung der Urne gehalten

Die Termine für Trauerfeiern und Beisetzung werden von den Angehörigen und dem jeweiligen Bestatter mit dem Pfarramt und der Friedhofsverwaltung abgesprochen. Dabei werden alle Beteiligten versuchen, die Wünsche der Familie zu berücksichtigen, eine Garantie für einen „Wunschtermin” kann es natürlich nicht geben.

Wer wird kirchlich bestattet?
Jeder, der Mitglied der Evangelischen Kirche ist, hat auch Anspruch auf eine evangelische Beerdigung bzw. Trauerfeier. Dies gilt auch, wenn die Angehörigen vielleicht nicht in der Kirche sind oder wegen Familienstreitigkeiten eine Beisetzung ohne Trauerfeier oder ohne kirchliches Geleit für eine „einfache Lösung” halten. Auch in einem solchen Fall darf der verstorbenen Person der durch die Kirchenzugehörigkeit geäußerte Wunsch nach einer kirchlichen Beerdigung nicht verweigert werden.

Ebenso gilt: Wer der Kirche nicht angehört, hat damit die Entscheidung getroffen, ohne kirchliches Geleit bestattet zu werden. Dies gilt für Ungetaufte ebenso wie für Menschen, die die Kirche durch ihren Austritt verlassen haben. Da es sich bei der Johanniskirche auf dem Lehder Berg nicht um eine Trauerhalle, sondern um eine Kirche handelt, ist die Nutzung dieser Kirche auch nur für kirchliche Trauerfeiern möglich, und zwar für Mitglieder aller christlichen Kirchen, die der ACK (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen) angehören. Für nichtkirchliche Trauerfeiern steht auf dem Lehder Friedhof eine gesonderte Trauerhalle zur Verfügung.

Wie wird eine kirchliche Trauerfeier vorbereitet?
In der Regel kommen wir als Pastor bzw. Pastorin zu Ihnen ins Haus zu einem Trauergespräch. Dabei wird nicht nur über den Lebensweg des Verstorbenen gesprochen, sondern auch über die Gestaltung der Trauerfeier, insbesondere über die Lieder, die während der Trauerfeier gesungen werden und den Bibelvers der der Traueransprache zugrunde liegen soll. Gerne berücksichtigen wir dabei Wünsche der Familie oder, falls bekannt, die Wünsche, die der Verstorbene vielleicht selbst einmal geäußert hat.

Im Evangelischen Gesangbuch (ab 1995) finden sich zum einen Lieder zum Thema „Sterben und ewiges Leben – Bestattung” (unter den Nummern 516 bis 536). Es ist jedoch genausogut möglich, andere Gesangbuchlieder zu verwenden, vor allem, wenn sie einen persönlichen Bezug haben. Häufig werden Lieder ausgesucht, die eine Segensbitte enthalten (z.B. EG 170 „Komm, Herr, segne uns”, 171 „Bewahre uns Gott” 347 „Ach bleib mit deiner Gnade”) Manchmal steht auch trotz des Schmerzes die Dankbarkeit im Vordergrund, die sich in Liedern wie „Nun danket alle Gott” (321) oder „Lobe den Herren” (316) ausdrücken kann. Und schließlich gibt es Trostlieder, die das Vertrauen zu Gott und die Geborgenheit in ihm bestärken; dazu gehören u.a. „Befiehl du deine Wege” (361), „Wer nur den lieben Gott lässt walten” (369) und „Jesu, meine Freude” (396). Auch die jeweilige Zeit im Kirchenjahr (Advent, Passionszeit usw.) kann Anregungen für die Liedauswahl geben.

Sollen wir die Kinder zur Beerdigung mitnehmen?
Die Trauerfeier ist ein wichtiges Ritual, das Menschen hilft, Abschied zu nehmen – auch Kindern. Häufig haben sie auch selbst den Wunsch, dabeizusein; dem sollte in der Regel auch entsprochen werden. Sicher ist es gut, Kindern vorher zu erzählen, was bei der Trauerfeier und Beerdigung geschieht und dafür zu sorgen, dass sie beim Gottesdienst mit einem ihnen vertrauten Erwachsenen zusammensitzen – dann kann aber ganz bestimmt auch Kindern die Teilnahme eine Hilfe sein, ihre Trauer zu bewältigen.

Ist eine anonyme Beerdigung billiger?
Nein! Manchmal haben Menschen den Wunsch, nach ihrem Tod den Hinterbliebenen die Arbeit der Grabpflege und auch Kosten zu ersparen. Dies führt dann gelegentlich zu dazu, eine anonyme Beerdigung in Betracht zu ziehen. Die Nutzung eines „Rasengrabes”, das keine Grabpflege erforderlich macht, ist jedoch auch als individuelles Grab möglich, so dass die Angehörigen dann doch einen Ort haben, an dem sie trauern und sich erinnern können – wie wichtig ein solcher Ort für die meisten Menschen ist, wird vielen Betroffenen erst im Laufe der Zeit richtig deutlich. Sowohl für anonyme als auch für normale Rasengräber (die den gleichen Preis haben) gilt, dass sie natürlich teurer sind als eine gewöhnliche Grabstätte, da die Kosten für das Rasenmähen für die gesamte Ruhefrist in die Gebühren eingerechnet werden müssen.

Zur Frage der anonymen Beerdigung sollten zwei Dinge bedacht werden:
Zum einen ist, wie bereits angedeutet, der konkrete Ort der Trauer für die Hinterbliebenen sehr wichtig – wer sich eine anonyme Bestattung wünscht, tut in aller Regel seinen Angehörigen gerade keinen Gefallen, weil er ihnen diesen Platz verweigert.

Zum anderen gehört es zur Würde des Menschen, nach christlichem Verständnis, dass wir einen Namen haben „Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein” – dieses Bibelwort zur Taufe dürfen wir uns auch beim Abschied von einem lieben Menschen in Erinnerung rufen.

Praktischer Hinweis: Nach der 2015 verabschiedeten neuen Friedhofsordnung gibt es auf dem Evangelischen Friedhof in Gronau kein anonymes Gräberfeld mehr, auf dem Bestattungen vorgenommen werden können. Sofern ein Verstorbener den Wunsch geäußert hat, dass sein Grab anonym bleibt, ist dies jedoch in der Form möglich, dass die Angehörigen auf das Anbringen einer Grabplatte auf dem Rasengrab verzichten.

Was kommt nach der Beerdigung?
Die Zeit, in der so vieles zu regeln war, ist plötzlich vorbei und manchmal ist man als Trauernder mit seinen Gedanken alleine. Auch deshalb kann es eine Hilfe sein, dass wir im Gottesdienst am Sonntag nach der Trauerfeier noch einmal als christliche Gemeinde für unsere Verstorbenen und für die Trauernden beten. Deshalb sind Trauerfamilien am Sonntag nach der Trauerfeier stets besonders herzlich zum Sonntagsgottesdienst eingeladen. Außerdem werden am Ewigkeitssonntag (Totensonntag) in unserer Kirche noch einmal die Namen aller derer in der Fürbitte verlesen, die im zu Ende gehenden Kirchenjahr verstorben sind.

Hier finden Sie weitere Informationen unserer Landeskirche zum Sterben / Älter werden.